
Myrsini Bekakou Quartet, MBQ – Jazz
Ein gespannter, zugleich beweglicher Sound prägt das Myrsini Bekakou Quartet. Die Violine steht im Zentrum eines Ensembleklangs, der sich zwischen präziser Form und offenem Risiko entfaltet. Ausgangspunkt der Musik sind griechische Rhythmen und Melodien – nicht als festes Bezugssystem, sondern als Material, das sich der Begrenzung entzieht. Anstatt in vorgegebenen Formen zu verbleiben, öffnet sich die Musik durch Improvisation und modale Jazzsprache. So entsteht ein Klangraum, der sich ständig verschiebt und neu definiert, ohne auf eindeutige Zuordnungen angewiesen zu sein. Innerhalb dieses Gefüges übernimmt die Violine eine zentrale, aber nicht dominante Rolle. Sie initiiert Bewegungen, setzt Impulse, widerspricht oder zieht sich zurück. Klavier, Kontrabass und Schlagzeug reagieren nicht begleitend, sondern greifen aktiv in den Verlauf der Musik ein. Zwischen klar gesetzten Strukturen und offenen Passagen entfalten sich die Kompositionen mit
großer Beweglichkeit. Vertraute Elemente können auftauchen, ohne erklärt zu werden; scheinbar feste Formen werden aufgebaut, um sie wieder zu verschieben. Improvisation fungiert dabei nicht als Zusatz, sondern als integraler Bestandteil der musikalischen Sprache.
In ihren Kompositionen greift Myrsini Bekakou auf Eindrücke zurück, die mit dem Ort ihres Aufwachsens verbunden sind. Diese wirken nicht erzählerisch, sondern prägen den Umgang mit Zeit, Bewegung und Verdichtung im musikalischen Material.








