
Söndörgő
Der archaische Charakter traditioneller Musik, die Raffinesse klassischer Kompositionen, die Energie des Rock und die Reinheit von Bartóks Denken prägen die ungarische Band Söndörgő. So ist sie eine der aufregendsten, innovativsten und erfolgreichsten Bands der internationalen Weltmusikszene.
Als Söndörgő vor mehr als einem Vierteljahrhundert gegründet wurde, waren die Mitglieder noch Kinder und wuchsen praktisch gemeinsam mit der Band auf. Vier der fünf Mitglieder entstammen derselben Musikerfamilie: drei Brüder (Áron, Benjamin und Salamon Eredics) und ein Cousin (Dávid Eredics), dazu Ábel Dénes am Bass. Ihr spirituelles Rückgrat bildet das legendäre Vujicsics Ensemble, das seit fast fünfzig Jahren authentische südslawische Volksmusik spielt. Väter und Onkel sowie weitere Musiker der Familie Eredics. So begann, ganz im Sinne von Zoltán Kodálys Idealen, die musikalische Erziehung der Söndörgő-Mitglieder neun Monate vor ihrer Geburt.
Das Jahr 2024 markierte einen entscheidenden Wendepunkt in Söndörgős künstlerischem Schaffen. Die Band veröffentlichte das wegweisende Album „Gyezz“ mit dem international gefeierten Jazzsaxophonisten Chris Potter. 2025 veröffentlichte die Band das zweite Album „XXX“ und tourte ausgiebig durch Europa und Japan, unter anderem mit einem Auftritt bei der Weltausstellung in Osaka.
Das vergangene Jahr endete mit einem ausverkauften Konzert in Budapest, als Teil einer dreiteiligen, kuratierten Residenz, die Söndörgős musikalische Kernidentitäten widerspiegelt: Folk, Klassik und Jazz. Die Reihe umfasste Zusammenarbeiten mit herausragenden Gastkünstlern, darunter Márta Sebestyén, dem Balanescu Quartett sowie Michael League, Chris Bullock und Jay Jennings von Snarky Puppy – ein Ausdruck der genreübergreifenden musikalischen Vision der Band. Im Herbst 2026 wird Söndörgő eine Auswahl an Aufnahmen aus dieser Residenz als Live-Album „In Residence at Müpa“ veröffentlichen.
Nach bald drei Jahrzehnten definiert Söndörgő südslawische und balkanische Musiktraditionen weiterhin neu. Nicht als unveränderliches Erbe, sondern als lebendige, sich stetig weiterentwickelnde Inspirationsquelle.



