
Joseph Branciforte & Jozef Dumoulin | Release Konzert: ITERAE
Der Elektronikmusiker, Komponist und Konzeptkünstler Joseph Branciforte tut sich mit dem wegweisenden Fender-Rhodes-Künstler Jozef Dumoulin auf ITERAE zusammen, einem fesselnden Beitrag zum Post-Glitch-Kanon. Das Album dokumentiert einen fokussierten musikalischen Dialog zwischen zwei Künstlern, die nicht nur die klanglichen Möglichkeiten verstärkter Tasteninstrumente neu erfunden haben, sondern auch das Potenzial der Technologie, musikalische Improvisation zu gestalten. Die acht modularen Abschnitte des 70-minütigen Albums bewegen sich zwischen Form und Abstraktion, präziser Klangarchitektur und traumhaftem Fluss.
ITERAE erscheint als maßgeschneiderte Multi-Disc-Edition, die von Branciforte entworfen wurde und die strukturelle Logik der Musik in physischer Form fortsetzt.
ITERAE verbindet zwei Künstler von beiden Seiten des Atlantiks, die für ihre Transformationen des Fender Rhodes E-Pianos bekannt sind. Jozef Dumoulin ist ein belgischer Keyboarder, der dafür bekannt ist, das Fender Rhodes als Instrument des 21. Jahrhunderts neu definiert zu haben, indem er durch umfangreiche elektronische Manipulationen eine sehr persönliche Musiksprache entwickelt hat. Joseph Branciforte ist Komponist, Produzent und ebenfalls ein Rhodes-Experimentator, der dafür bekannt ist, in Zusammenarbeit mit Theo Bleckmann, Taylor Deupree und Ryuichi Sakamoto eine Brücke zwischen der akustischen und der elektronischen Welt zu schlagen. Beide Musiker sind versierte Improvisatoren, deren musikalisches Vokabular sich weitgehend aus Jazz, Elektronik und zeitgenössischer Musik speist.
Hier liegt der Fokus jedoch ganz klar auf der Destillation: kleine Fragmente werden eingefangen, transformiert und zu kaskadenartigen, gitterartigen Strukturen neu kombiniert. Das Ergebnis ist ein Sound, der Aspekte der frühen Glitch-Bewegung mit kühnen Erkundungen von Harmonie und Form verbindet – indem er Fäden aus moderner Klassik, Elektroakustik und Ambient miteinander verwebt, um etwas zu schaffen, das eindeutig der Gegenwart angehört.
ITERAE wurde über zwei Tage in New York aufgenommen und fängt die allererste musikalische Begegnung der Künstler ein – eine Tatsache, die durch die Tiefe ihrer Interaktion widerlegt wird.
Im Mittelpunkt der Darbietungen stehen zwei separate Fender Rhodes, wobei jeder Künstler seine eigenen Bearbeitungen und Effekte anwendet. Zusätzlich zur Klangerzeugung nutzt Branciforte ein spezielles Live-Bearbeitungssystem, das die Outputs beider Musiker in Echtzeit verarbeitet. Diese Software ermöglicht es ihm, musikalisches Material spontan zu erfassen und neu zu konfigurieren, wodurch er aus kleinen Details innerhalb der sich entfaltenden Improvisation architektonische Muster und Schichten schafft.
Die Musik entfaltet sich mit ungebrochener Konzentration und Zielstrebigkeit, wobei dichte Gewebe aus Glitches Momenten tief intuitiver, harmonischer Konvergenz weichen. Die Gegenüberstellung von offener Improvisation und der präzisen, methodischen Kompositionsvision, für die Branciforte bekannt ist, schafft ein dynamisches Wechselspiel, in dem Fluss und Erinnerung, Improvisator und Editor in ständigem Dialog bleiben.
Mit einer Spielzeit von 70 Minuten ist diese Veröffentlichung eine der längsten im Katalog beider Künstler. Dieses umfangreiche Format ermöglicht ein panoramisches Hörerlebnis, bei dem sich texturale und motivische Ideen über längere Zeiträume hinweg ansammeln, auflösen und wieder auftauchen. „Normalerweise bevorzuge ich bei aufgenommenen Werken Prägnanz“, bemerkt Branciforte. „Die Logik, nach der sich diese Stücke entfalten, erforderte jedoch eine größere Leinwand.“
Das Ergebnis ist Musik, die gleichermaßen von klanglicher Offenheit, geduldigem Zuhören und weitreichendem kompositorischem Denken geprägt ist – wobei die Technologie als Medium dient, durch das diese Kräfte zusammenfließen. ITERAE ist vielleicht die bislang deutlichste Verkörperung der Balance zwischen Unmittelbarkeit und struktureller Tiefe, die den Ansatz beider Künstler auszeichnet.
„Glitchy, fragmentarisch, sich wiederholend und arrhythmisch -und so weit von Herbie Hancock aus den 1970er Jahren entfernt, wie man es sich nur vorstellen kann.“ Philip Watson, The Wire – über ITERAE
Line-Up:
Joseph Branciforte – Fender Rhodes, Elektronik, Live-Editing
Jozef Dumoulin – Fender Rhodes, Elektronik








